Ratgeber · Preis & Inserat
Autoinserat-Text: Vorlage in sechs Blöcken, Titelformel und zwei vollständige Beispieltexte zum Anpassen
Ein guter Inserattext ist keine Werbung, sondern eine Antwort auf die Fragen, die ein Käufer sonst per Nachricht stellt. Wer diese Fragen im Text beantwortet, bekommt weniger Rückfragen und mehr Besichtigungen. Die Vorlage unten hat sechs Blöcke in fester Reihenfolge – so liest der Käufer in einer Minute, ob das Auto für ihn infrage kommt.
Die sechs Blöcke eines guten Inserattexts
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: erst das, was der Käufer zum Filtern braucht, dann das, was ihn überzeugt, dann das, was Vertrauen schafft, zum Schluss die Abwicklung.
- Kerndaten. Modell und Motorisierung, Erstzulassung, Kilometerstand, Getriebe, Kraftstoff, Leistung, Anzahl Vorbesitzer, Prüfung (HU/AU, §57a-Pickerl, MFK) mit Datum. Die Plattformen fragen das meiste in Feldern ab – wiederholen Sie es trotzdem in zwei Zeilen im Text, weil viele Interessenten nur den Text lesen oder das Inserat weiterleiten.
- Historie. Wo das Auto gewartet wurde, ob das Serviceheft lückenlos ist, welche größeren Arbeiten wann gemacht wurden (Zahnriemen, Kupplung, Bremsen, Batterie, Reifen). Unfallstatus klar benennen: „unfallfrei“ nur, wenn es stimmt; sonst den Schaden und die Reparatur nennen.
- Ausstattung. Nur was den Preis oder die Kaufentscheidung beeinflusst: Navigation, Klimaautomatik, Sitzheizung, Anhängerkupplung, Assistenzsysteme, Radsätze. Keine Serienausstattung aufzählen, kein „Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber“ bei einem Auto von 2018.
- Besonderheiten. Was dieses Exemplar von anderen unterscheidet: Garagenfahrzeug, Nichtraucher, zweite Hand aus der Familie, kürzlich große Inspektion, originale Papiere und beide Schlüssel. Zwei bis vier Punkte, nicht mehr.
- Mängel offen. Kratzer, Dellen, Steinschläge, Verschleiß, bekannte Fehlermeldungen – jeweils mit Ort und Größe. Dieser Block ist der wichtigste für das Vertrauen: Wer die Mängel selbst nennt, gilt als ehrlich, und der Käufer kann sie nicht mehr als Überraschung zum Preisdrücken nutzen.
- Preis, Besichtigung, Privatverkaufshinweis. Preis mit VB oder Festpreis und einem Satz Begründung, Ort der Besichtigung, wie Sie erreichbar sind, und der Hinweis, dass es ein Privatverkauf ist und die Gewährleistung im schriftlichen Kaufvertrag nach Musterkaufvertrag (ADAC/ÖAMTC/TCS) geregelt wird. Ein Satz im Inserat schließt nichts aus – das regelt der Vertrag.
Die Titelformel
Der Titel wird auf der Ergebnisseite neben dreißig anderen angezeigt. Er muss das Modell eindeutig machen und ein bis zwei Argumente liefern, nicht mehr. Formel:
- VW Golf 1.5 TSI Comfortline · Scheckheft · 2. Hand · TÜV neu
- Skoda Octavia Combi 2.0 TDI DSG · AHK · Winterreifen · Pickerl 05/2027
- Toyota Yaris Hybrid · Garagenwagen · 1. Hand · MFK 03/2026 · Nichtraucher
Nicht in den Titel: „TOP“, „Schnäppchen“, „Muss weg“, Ausrufezeichen, der Preis (steht im Feld daneben) und der Kilometerstand (ebenfalls).
Beispieltext 1: sachlich
Fiktives Fahrzeug: VW Golf VII 1.5 TSI, EZ 05/2018, 84.500 km, zweite Hand. Der Text folgt den sechs Blöcken, ist knapp und ohne Wertung.
Beispieltext 2: hochwertig
Dasselbe Fahrzeug, aber mit einem Absatz Kontext und mehr Ton. Diese Variante passt, wenn das Auto überdurchschnittlich gepflegt ist und der Preis im oberen Bereich der Vergleichsangebote liegt – der Text muss dann zeigen, warum.
Das gehört nicht rein
- Der Neupreis. Er sagt nichts über den heutigen Wert und lädt zum Rechnen ein, warum Ihr Preis zu hoch ist.
- Serienausstattung. ABS, ESP, Servolenkung, Zentralverriegelung, Airbags – hat jedes Auto der letzten fünfzehn Jahre. Die Aufzählung wirkt wie Füllmaterial.
- Superlative und Großbuchstaben. „TOP-ZUSTAND“, „ein Traum“, „wie neu“ – Aussagen, die der Käufer nicht prüfen kann und die bei der ersten Delle gegen Sie sprechen.
- Emotionale Verkaufsgründe. „Schweren Herzens“ oder „muss dringend weg“ signalisiert Verhandlungsspielraum oder ein Problem. Ein sachlicher Grund in einem Halbsatz reicht.
- Drohungen und Vorwürfe. „Keine Spinner“, „Preis ist Preis, nicht nachfragen“, „wer lesen kann“ – schreckt genau die Leute ab, die Sie erreichen wollen.
- Persönliche Daten. Vollständige Adresse, Kennzeichen, Fahrgestellnummer, Privatnummer im Fließtext. Die FIN zeigen Sie bei der Besichtigung; Kontakt läuft über die Plattform oder eine Nummer, die Sie dafür freigeben.
- Unwahrheiten und Beschönigungen. „Unfallfrei“ bei repariertem Blechschaden, „lückenlos“ bei fehlenden Jahren im Serviceheft. Das ist nicht nur schlechter Stil, sondern kann den Gewährleistungsausschluss unwirksam machen.
- Preisanker wie „Neupreis 32.000 €“ oder „Händler verlangt 18.000 €“. Sie verkaufen nicht gegen den Händler, sondern Ihr konkretes Auto.
Plattformen und Übernahme
Der Text funktioniert unverändert auf mobile.de und AutoScout24 (Deutschland, Österreich, Schweiz), auf willhaben (Österreich), auf Kleinanzeigen (Deutschland) und auf tutti (Schweiz). Unterschiede gibt es nur bei den Pflichtfeldern und der Zeichenbegrenzung des Freitexts: Kleinanzeigen und tutti sind knapper, dort kürzen Sie den Ausstattungsblock und lassen die Historie stehen. Prüfbezeichnungen passen Sie an: HU/AU in Deutschland, §57a-Begutachtung („Pickerl“) in Österreich, MFK in der Schweiz. Auf Kleinanzeigen und willhaben ist Du-Ansprache üblich; passen Sie die Anrede an, nicht den Inhalt.
Wenn Sie auf mehreren Plattformen gleichzeitig inserieren, verwenden Sie überall denselben Preis und dieselben Angaben. Interessenten vergleichen, und ein abweichender Kilometerstand oder Preis zwischen zwei Inseraten kostet Vertrauen.
Sie müssen die Vorlage nicht von Hand ausfüllen: Der kostenlose Auto-Inserat Generator fragt Kerndaten, Historie, Ausstattung und Mängel ab und erzeugt daraus den fertigen Text in genau dieser Sechs-Block-Struktur – plus Titel nach der Formel oben, ohne Anmeldung. Wer nach dem Inserat auch die Nachrichten, die Probefahrt und den Kaufvertrag vorbereitet haben will, findet alles im Verkaufs-Kit.