Ratgeber · Preis & Inserat
Auto fotografieren für den Verkauf: Licht, Ort, Vorbereitung und die 12 Pflichtfotos in der richtigen Reihenfolge
Das erste Foto entscheidet, ob jemand das Inserat überhaupt öffnet. Die restlichen entscheiden, ob er eine Besichtigung vereinbart oder eine Nachricht mit „Gibt es Bilder vom Innenraum?“ schickt. Sie brauchen dafür keine Kamera und keine Nachbearbeitung – nur das richtige Licht, einen ruhigen Hintergrund, ein sauberes Auto und eine feste Reihenfolge.
Licht: wann Sie fotografieren
Das beste Licht für Autos ist weich und gleichmäßig: früh morgens, spät nachmittags oder an einem bedeckten Tag. Direkte Mittagssonne erzeugt harte Schatten, Spiegelungen auf dem Lack und ausgebrannte helle Flächen – gerade bei weißen und silbernen Autos ist dann nichts mehr zu erkennen. Bei bedecktem Himmel wirkt der Lack ruhig, Kratzer sind sichtbar, und die Farbe stimmt.
Wenn nur ein sonniger Tag zur Verfügung steht: Sonne hinter Ihnen oder seitlich, nie hinter dem Auto – Gegenlicht macht aus dem Wagen eine dunkle Silhouette. Nachts oder in der Tiefgarage fotografieren Sie nicht; Blitz und Kunstlicht verfälschen die Farbe.
Ort: wo Sie fotografieren
Der Hintergrund soll nichts erzählen. Gut sind ein leerer Parkplatz am Rand, ein ruhiger Feldweg, eine Straße vor einer glatten Mauer oder eine freie Fläche mit Bäumen weit hinten. Schlecht sind: die eigene Einfahrt mit Mülltonnen, der Supermarktparkplatz mit fremden Autos, die Werkstatt, die Waschanlage. Alles im Bild außer dem Auto lenkt ab oder wirft Fragen auf.
Achten Sie auf Abstand: mindestens fünf Meter nach hinten, damit Sie das ganze Auto ohne Weitwinkelverzerrung aufnehmen können, und keine Objekte, die aus dem Dach zu wachsen scheinen (Laternen, Bäume, Schilder).
Vorbereitung des Autos
- Außen waschen, Felgen reinigen, Scheiben innen und außen putzen. Ein schmutziges Auto auf Fotos liest sich als vernachlässigtes Auto.
- Innenraum ausräumen und saugen: keine Kindersitze, keine Jacken, keine Ladekabel, nichts in den Türfächern, nichts im Kofferraum.
- Fußmatten ausklopfen oder herausnehmen. Lenkrad und Armaturen abwischen.
- Räder gerade stellen oder leicht eingeschlagen, sodass bei der Front-Dreiviertel-Ansicht die Felge sichtbar ist.
- Alle Sitze in Normalposition, Kopfstützen unten, Sonnenblenden oben, Fenster geschlossen.
- Motorraum nicht mit Wasser abspritzen – nur Staub und Laub entfernen. Ein nass glänzender Motorraum wirkt, als sollte etwas versteckt werden.
Die 12 Pflichtfotos in Reihenfolge
Machen Sie jedes Foto zwei- bis dreimal und wählen Sie später das beste. Halten Sie das Handy auf Höhe der Scheinwerfer oder etwas darüber – nicht aus Stehhöhe nach unten, das macht das Auto klein.
- Front Dreiviertel, Fahrerseite. Das Titelbild. Sie stehen schräg vorne links, sodass Front und Seite gleichzeitig zu sehen sind. Räder leicht nach links eingeschlagen.
- Heck Dreiviertel, Beifahrerseite. Gleiche Perspektive von schräg hinten rechts. Zeigt Heck, Seitenlinie und die zweite Seite des Autos.
- Beide Seiten, gerade. Ein Foto pro Seite, rechtwinklig, das ganze Auto im Bild. Hier sieht der Käufer Dellen, Farbunterschiede und den Stand der Reifen.
- Innenraum von der Fahrertür. Tür weit auf, Foto von leicht außerhalb: Lenkrad, Armaturenbrett, Mittelkonsole, Sitz. Bei Sonnenlicht Schatten vermeiden.
- Kilometerstand bei Zündung an. Zündung einschalten, sodass die Anzeige leuchtet, gerade auf das Kombiinstrument. Der Kilometerstand muss lesbar sein und zum Inserat passen. Dass beim Einschalten der Zündung kurz viele Kontrollleuchten aufleuchten, ist der normale Selbsttest und kein Fehler. Warn- oder Störmeldungen, die nach dem Systemcheck oder bei laufendem Motor bestehen bleiben, gehören ins Foto und als bekannter Zustand ins Inserat – nicht wegschneiden, nicht verstecken.
- Vordersitze und Rücksitze. Ein Foto der Vordersitze von der Beifahrerseite, ein Foto der Rückbank durch die hintere Tür. Gebrauchsspuren nicht wegdrehen.
- Kofferraum. Geöffnet, leer, mit Ladeboden. Wenn ein Ersatzrad oder Pannenset dazugehört, Ladeboden anheben und ein zweites Foto.
- Motorraum. Haube ganz auf, von vorn, leicht erhöht. Zeigt, dass nichts tropft und nichts fehlt. Nicht putzen, nur trocken abwischen.
- Reifen und Felgen. Ein Foto pro Radsatz, nah genug, dass Profil und Felgenrand zu erkennen sind. Bei zweitem Radsatz: Fotos der eingelagerten Räder mit sichtbarem Profil.
- Mängel einzeln. Jeder Kratzer, jede Delle, jeder Steinschlag bekommt ein eigenes Nahfoto mit etwas Umgebung, damit die Stelle zuzuordnen ist. Wer im Text „Kratzer hinten links“ schreibt, zeigt ihn auch.
- Papiere und Prüfnachweis. Serviceheft aufgeschlagen auf der letzten Inspektion, Prüfbericht (HU-Bericht, §57a-Gutachten, MFK-Prüfbericht) mit Datum. Persönliche Daten, FIN und Kennzeichen abdecken.
- Detail, das den Preis stützt. Das Navigationsdisplay eingeschaltet, die Anhängerkupplung, die Ledersitze, der zweite Schlüssel mit Bordmappe. Ein bis zwei Fotos, die das Argument aus dem Inserattext zeigen.
Zwölf bis zwanzig Fotos sind der Bereich, in dem ein Inserat vollständig wirkt, ohne zu ermüden. Weniger als acht fällt auf.
Smartphone-Einstellungen
- Linse putzen. Vor dem ersten Foto mit einem Brillenputztuch oder T-Shirt. Eine fettige Linse macht alle Fotos milchig – der häufigste Grund für „irgendwie flaue“ Bilder.
- Querformat. Alle Außen- und Innenraumfotos quer. Plattformen zeigen Vorschaubilder im Querformat; Hochkantfotos werden beschnitten oder mit Balken angezeigt.
- Kein Zoom. Näher hingehen statt zoomen. Digitaler Zoom kostet Schärfe. Für Detailfotos die normale Linse, nicht die Weitwinkel-Linse, sonst verzerren Kanten.
- HDR: bei Sonne an, bei bedecktem Himmel aus. HDR gleicht harte Kontraste aus, macht aber bei gleichmäßigem Licht die Farben unnatürlich. Wenn Sie unsicher sind, machen Sie ein Foto mit und eines ohne.
- Belichtung auf das Auto. Auf dem Display auf den Lack tippen, damit die Kamera das Auto richtig belichtet und nicht den Himmel.
- Keine Filter, keine Bearbeitung. Ein aufgehellter, gesättigter Lack fällt bei der Besichtigung auf und stellt alles andere im Inserat infrage. Zuschneiden ist in Ordnung, mehr nicht.
- Höchste Auflösung. In den Kameraeinstellungen prüfen, dass nicht eine Sparvariante aktiv ist. Plattformen verkleinern selbst.
Kennzeichen unkenntlich machen
Kennzeichen sollten Sie auf allen Fotos abdecken oder verpixeln. Das ist keine Pflicht, aber sinnvoll: Das Kennzeichen lässt sich mit Ihrem Wohnort verknüpfen, und Inseratsfotos werden von Betrügern für gefälschte Inserate kopiert – ein lesbares Kennzeichen macht die Fälschung glaubwürdiger. Nutzen Sie die Verpixel- oder Markierungsfunktion der Foto-App oder ein einfaches Rechteck. Viele Plattformen bieten beim Hochladen eine automatische Kennzeichenabdeckung an; prüfen Sie trotzdem jedes Bild. Auf dem Foto der Papiere gehören auch FIN, Name und Adresse abgedeckt.
Nicht abdecken: den Kilometerstand, die Prüfplakette und das Datum auf dem Prüfbericht. Das sind Angaben, die der Käufer sehen soll.
Die häufigsten Fehler
| Fehler | Was der Käufer daraus liest | Besser |
|---|---|---|
| Nur drei Außenfotos, kein Innenraum | Der Innenraum ist schlecht oder der Verkäufer ist nachlässig | Alle 12 Pflichtfotos, Innenraum vor dem Motorraum |
| Foto von schräg oben aus Stehhöhe | Auto wirkt klein und gedrungen | Kamera auf Scheinwerferhöhe |
| Regen, nasses Auto, Dämmerung | Fotos versteckt Lackzustand | Trocken, bedeckter Himmel oder Morgenlicht |
| Person oder Spiegelbild des Fotografen im Lack | Unaufmerksam | Seitlich stehen, dunkle Kleidung, Winkel prüfen |
| Gegenstände im Auto (Kindersitz, Kabel, Flaschen) | Nicht vorbereitet, vermutlich auch nicht gepflegt | Komplett ausräumen |
| Mängel nicht fotografiert, aber im Text genannt | Der Mangel ist wahrscheinlich größer als beschrieben | Jeden Mangel einzeln und nah |
| Kilometerstand ohne Zündung oder gar nicht | Angabe im Inserat könnte nicht stimmen | Zündung an, Anzeige lesbar |
| Stark bearbeitete, gesättigte Fotos | Was wird hier kaschiert? | Unbearbeitet, allenfalls zugeschnitten |
| Fotos aus verschiedenen Jahreszeiten oder Orten gemischt | Das Inserat ist alt oder zusammenkopiert | Alle Fotos an einem Tag, an einem Ort |
Reihenfolge beim Hochladen
Die Reihenfolge der Fotos im Inserat entspricht der Reihenfolge, in der ein Käufer das Auto vor Ort ansehen würde: erst von außen um das Auto herum, dann hinein, dann unter die Haube, dann Details.
- Front Dreiviertel (Titelbild)
- Heck Dreiviertel
- Seite Fahrerseite, Seite Beifahrerseite
- Innenraum von der Fahrertür
- Kilometerstand
- Vordersitze, Rücksitze
- Kofferraum
- Motorraum
- Reifen und Felgen, zweiter Radsatz
- Preisstützende Details (Navi, AHK, Schlüssel)
- Mängel einzeln
- Papiere und Prüfnachweis
Die Mängelfotos gehören ans Ende, aber sie gehören hinein. Wer sie weglässt, bekommt Nachrichten, die danach fragen. Prüfen Sie nach dem Hochladen die Vorschau auf dem Handy: Das Titelbild muss auch als kleines Quadrat in der Ergebnisliste erkennbar sein.
Fotos und Text gehören zusammen: Der kostenlose Auto-Inserat Generator baut aus Ihren Angaben den Inserattext, in dem jeder genannte Mangel und jede Besonderheit ein Foto in der Liste oben hat. Die druckbare Foto-Checkliste zum Abhaken am Auto ist Teil des Verkaufs-Kits.